Therapiemanagement

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Therapiemanagement durch den Tierarzt

 

Die Therapie der Pankreatitis steht auf mehreren Säulen!

 

Kurzfristig bis mittelfristig:

1. Flüssigkeitstherapie, zur erhöhten Durchblutung des Pankreas
2. Schmerztherapie
3. Entzündungshemmendetherapie
4. Antibiotische Therapie
5. Anwendung von Antiemetika (gegen Erbrechen)

6. Magenschutztherapie
7. Futtermitteldiät
8. Enzyme -> Astoral Almazyme Tabs/Pulver

 

1. Flüssigkeitstherapie

Wichtigste Maßnahme ist die intravenöse Flüssigkeitssubstitution, so wird das Flüssigkeitsdefizit das der Hund durch das Erbrechen und den Durchfall entwickelt hat ausgeglichen. Weiterhin ist es von großer Bedeutung, dass das Pankreasgewebe sicher 24h durchblutet wird. Dies beugt eine fortschreitende Nekrose (Zellsterben) des Pankreasgewebes vor.

 

2. Schmerztherapie

Die Entzündung des Pankreas versursacht starke „Bauchschmerzen”, daher ist eine kontinuierliche Schmerztherapie von großer Bedeutung. Diese Therapie wird während des Klinikaufenthaltes mit starken Schmerzmitteln durchgeführt, die sogenannten Opioden (Fentanylpflaster oder Buprenophin alle 8h). Bei ambulanten Behandlungen werden in milderen Fällen Novalgintabletten alle 8h in Kombination mit einem Magenschutz (Ranitidin) empfohlen.

 

3. Entzündungshemmendetherapie

Als Entzündungshemmende Therapie werden Medikamente aus der Gruppe der NSAID´s empfohlen. Diese Medikamente sind sowohl entzündungshemmend wie auch Schmerz lindernd (Novalgin, Metacam).

 

4. Antiemetika (Arzneimittel gegen den akuten Brechreiz)

Um die Belastung des Magendarmtraktes durch dauerhaften Brechreiz zu reduzieren und die Verdauung des applizierten Diätfutters zu unterstützen wird der Einsatz von Antiemetika empfohlen (Maropitant, Cerenia).

 

5. Antibiotische Therapie

In schweren Fällen wird eine Antibiotische Therapie für mindestens 8 Tage empfohlen, um sekundären Infektionen im Bereich des Pankreasgewebes entgegen zu wirken. (z.B. Amoxicillin)

 

6. Magenschutztherapie

Hunden die an einer Pankreatitis leiden, besitzen ein erhöhtes Risiko durch die Reizung der Magendarmschleimhaut zusätzlich an einem Magengeschwür zu erkranken. Daher sollte bei Verdacht der Patient hier medikamentell versorgt werden. (z.B. H2 Blocker wie Ranitidin oder Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol)

 

7. Diätetische Therapie

Bei anhaltendem Erbrechen wird empfohlen den Hund mindestens 24h bis 48h nüchtern zu lassen, während dieser Zeit empfiehlt es sich den Hund in der Klinik via Infusionen zu versorgen. Wenn der Hund 12h lang nicht erbricht kann mit der Fütterung eines speziellen fettreduzierten Diätfuttermittels vorsichtig begonnen werden. Um das Pankreas zu schonen wird die Zugabe von bestimmten Magensäure resistenten Enzymen empfohlen, ca 2 Stunden vor der eigentlichen Fütterung.

 

Langfristige Therapie:

 

  • Fettreduzierte Futtermitteldiät!
  • Addition von Bauchspeicheldrüsenenzymen,
    2-4 Stunden vor der eigentlichen Fütterung (Astoral Almazyme Pulver oder Tabs)
  • Regelmäßige Blutuntersuchung der Pankreas spezifischen Enzyme
  • Geduld, Geduld, Geduld! Nicht aufgeben!

 

 

Keiner, weder der Tierarzt noch der Hundebesitzer kann bestimmt sagen, seit wann der Hund an einer Pankreatitis erkrankt ist. Deswegen ist die Frage nach der Heilungsdauer für den Tierarzt sehr schwer zu beantworten. Was sich über Wochen bzw. Monate aufbaut kann nicht innerhalb kürzester Zeit wieder heilen. Also brauchen wir Geduld! Es muss aber eine positive Tendenz erkennbar sein. Wir hangeln uns also von Woche zu Woche!

 

Als Tierarzt muss man dem Patientenbesitzer darauf vorbereiten, dass die Genesung des Patienten oft eine Zeit lang dauert. Die Genesungszeit und die Prognose bei jedem Patienten ist individuell, deswegen kann hier und jetzt kein Zeitraum genannt werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Rückfälle in der Anfangszeit auch während der Therapie nicht auszuschließen sind. Arbeiten der Tierbesitzer und der Tierarzt im Team kann der Hund auf Dauer symptomfrei sein und wieder ein aktives Hundeleben führen.

Regelmäßige Blutuntersuchungen, um den Heilungsverlauf zu überprüfen werden angeraten. In der Anfangszeit braucht der Hund sehr viel Ruhe. Toben auf der Hundewiese sollte daher nicht proviziert werden, denn der Hund vergisst aufgrund seines Spieltriebes seine Erkrankung, was er jedoch am Abend wieder bereut. Daher muss der Hundebesitzer solchen Situationen in der ersten Zeit aus dem Weg gehen.

 

Wie überall im Leben ist es auch hier so, dass immer mehrere Wege nach Rom führen! Wir beschreiben hier unsere Vorstellung der Therapie mit der wir erfolgreich sind. Wir sind offen für jegliche Hinweise, es geht ja nicht um uns sondern um den Hund!